Sie haben bestimmt schon viele Top-10-Listen gesehen. Hier ist unsere eigene Version dieser beliebten Liste – rund um die Pflege starrer Endoskope. Starre Endoskope sind für Mitarbeitende der Aufbereitung besonders anspruchsvoll: Das Bild muss stimmen, sie sind empfindlich und teuer und werden leicht beschädigt. Lesen Sie weiter, welche Risiken bei starren Endoskopen häufig auftreten und wie Mitarbeitende sie verhindern können!
1. Unbemerkte Schäden am distalen Ende
Während eines Eingriffs kann das distale Ende des Endoskops mit anderen chirurgischen Instrumenten wie Shavern, Lasern oder Koagulationsgeräten in Kontakt kommen. Diese können das distale Glas, das äußere Metallrohr und die Lichtleitfasern an der Spitze verbrennen, zerkratzen, absplittern oder anderweitig beschädigen.

Gefahr: Beschädigtes Glas kann sich lösen oder in den Patienten gelangen und zu schlechter Genesung oder einem erneuten Eingriff führen. Scharfe Kanten oder Grate können Gewebeverletzungen verursachen. Fasern können beschädigt werden oder sich zurückziehen; das führt zu Lichtverlust und einem Hohlraum, in dem sich Verschmutzungen ansammeln und die Sterilisation unwirksam machen.
Vorbeugung: Prüfen Sie nach jedem Eingriff und vor der Sterilisation gezielt das distale Ende unter Vergrößerung: Fenster, Dichtung bzw. Lötstelle, Fasern und das gesamte Ende rundherum. Endoskope mit distalen Schäden müssen aus dem Verkehr gezogen und repariert werden.
2. Mangelhafte Reinigung des distalen Glases
Am distalen Glas lagern sich organische Verschmutzungen, Tenside und Kalk ab, die Rückstände oder Beläge auf der Linse bilden können. Unzureichende Reinigung in Verbindung mit weiterer Nutzung und Sterilisation verschlimmert diese Beläge mit der Zeit.

Gefahr: Rückstände auf dem distalen Fenster verschlechtern die optische Qualität und bergen ein Risiko der Kreuzkontamination. (Denken Sie daran: Was nicht sauber ist, kann nicht steril sein.)
Vorbeugung: Reinigen und polieren Sie das distale Fenster täglich. Verwenden Sie nach der Reinigung und vor der Sterilisation eine vom Hersteller bereitgestellte Polierpaste (gründlich abspülen), ein wasserbasiertes Reinigungsmittel oder ein nicht scheuerndes Tuch. Unser Lieblingswerkzeug: ein einfacher Bleistiftradiergummi. „Radieren“ Sie das Fenster vorsichtig, um hartnäckige Beläge zu entfernen, und wischen Sie anschließend mit Aceton oder Alkohol nach. Unter Vergrößerung prüfen und bei Bedarf wiederholen. (Das Okularfenster lässt sich auf dieselbe Weise reinigen.)
3. Unzureichende Prüfung des Bildes
Die Sichtprüfung ist der wichtigste Schritt, um sicherzustellen, dass das Bild klar und bereit für den nächsten Eingriff ist. Leider wurden viele Mitarbeitende nie richtig darin geschult, wie man durch das Endoskop schaut, um die Bildklarheit zu beurteilen.

Vorbeugung: Schauen Sie erst durch das Endoskop, nachdem Sie das distale Fenster geprüft und gereinigt haben. Blicken Sie nach unten auf ein weißes, mattes Blatt Papier mit kleiner Schrift, um sicherzustellen, dass das gesamte Bild scharf, klar und vollständig rund ist. Viele schauen einfach in den Raum – dabei erkennt man keine feinen Details und simuliert nicht die Brennweite der Anatomie während des Eingriffs. Im Zweifel schließen Sie das Endoskop an eine Kamera an und prüfen das Bild auf einem Monitor.
Oder gehen Sie auf Nummer sicher und nutzen Sie LightControl.
4. Falscher Transport und falsche Lagerung
Es kommt allzu oft vor, dass Endoskope mit anderen Instrumenten darauf zur Aufbereitung gebracht werden oder ungesichert im Sieb herumrollen.

Gefahr: höheres Schadensrisiko und höhere Reparaturkosten.
Vorbeugung: Trennen Sie Endoskope bei Transport und Lagerung von anderen Instrumenten und sorgen Sie dafür, dass sie fixiert sind und weder rollen noch herunterfallen können.
5. Vernachlässigte Prüfung der inneren Optik
Ein häufig übersehener Schritt ist die Prüfung der inneren optischen Komponenten. Sind Linsen im Endoskop abgesplittert, gebrochen oder mit Feuchtigkeit gefüllt, kann das zu Bildproblemen führen – von einem trüben oder beschlagenen bis zu einem teilweise oder vollständig schwarzen Bild.

Gefahr: Jede Art von optischem Schaden kann die Qualität des Eingriffs mindern und zu mehr Beschwerden führen. Optische Schäden gehen zudem oft mit anderen Schäden einher, etwa einem verbogenen Schaft oder einer defekten Dichtung, die weitere Probleme bei Anwendung oder Sicherheit verursachen.
Vorbeugung: Mit einer Lupe oder einem inneren Optikscanner für starre Endoskope wie EndoScan können Sie „in“ die Optik schauen, das Linsensystem beurteilen und Defekte wie abgesplitterte oder gebrochene Linsen, gelöste Linsen oder Flüssigkeitseintritt erkennen. Ohne ein solches Werkzeug lassen sich die inneren Linsen nicht beurteilen. Außerdem ist es sinnvoll, wenn die Aufbereitung über einen Monitor oder sogar eine kabellose Kamera verfügt, um das Bild zusätzlich zu prüfen.
6. Blitzsterilisation
Aus Mangel an Instrumenten oder weil man ihnen gesagt hat, es sei zulässig, setzen viele Einrichtungen die Immediate Use Steam Sterilization (IUSS) ein, um Instrumente schneller wieder verfügbar zu haben.
Gefahr: Regelmäßige Blitzsterilisation von Endoskopen (selbst wenn vom Hersteller freigegeben) verkürzt ihre Lebensdauer und erhöht die Zahl der Reparaturen. Das schnelle Aufheizen und Abkühlen belastet die optischen Glaskomponenten und die hermetischen Dichtungen.
Vorbeugung: Halten Sie einen ausreichenden Bestand vor, damit Blitz- und routinemäßiges Autoklavieren nicht nötig sind. Ein Niedertemperatur-Sterilisationsverfahren ist zwar nicht vorgeschrieben, kann die Lebensdauer Ihrer Instrumente aber deutlich verlängern.
7. Druck auf den Schaft
Die gläsernen Stablinsen im Schaft des Endoskops sind sehr empfindlich. Drücken oder Ziehen am Schaft beim Einlegen in den Sterilisationscontainer oder beim Herausnehmen kann die Linsen brechen oder den Schaft verbiegen. Auch Druck, Stöße oder ein Sturz können die empfindliche Optik beschädigen.

Gefahr: Jedes Verbiegen kann teure Schäden verursachen. Ein verbogener Schaft kann zudem zu Bildverschiebungen oder Problemen mit passenden Instrumenten während des Eingriffs führen.
Vorbeugung: Fassen Sie das Endoskop nicht am Schaft an. Legen Sie es sehr vorsichtig in das Sterilisationssieb und vermeiden Sie Drücken oder Ziehen am Schaft.
8. Zu geringer Bestand
Ist die Zahl der Eingriffe gestiegen oder sind neue Chirurgen hinzugekommen, ohne dass der Bestand erweitert wurde? Das ist bereits ein Hinweis auf einen möglicherweise unzureichenden Bestand. Weitere Anzeichen: ständiger Bedarf an Leihinstrumenten, verschobene oder abgesagte Eingriffe mangels Instrumenten, häufig mehrere Endoskope gleichzeitig in Reparatur oder regelmäßiger Einsatz von IUSS, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.

Gefahr: Abgesagte oder verschobene Eingriffe und häufigere Reparaturen durch IUSS sind typische Risiken. Gestresste Mitarbeitende können zudem bei Prüfung und Aufbereitung Abkürzungen nehmen, um Instrumente schnell bereitzustellen. Das erhöht die Risiken für Patienten, den Stress für das Personal und die Beschwerden des OP-Teams.
Vorbeugung: Prüfen Sie regelmäßig, ob Sie mit der steigenden Nachfrage Schritt halten können. Reicht das Budget nicht für Neuware, können Sie bei einem seriösen Anbieter gebrauchter Geräte oft zusätzliche Endoskope und Instrumente zu einem Bruchteil des Neupreises erwerben. Gibt es zu viele Reparaturen, helfen Schulungen und die Auffrischung der richtigen Pflege und Handhabung oft, die Reparaturen zu reduzieren.
9. Keine Prüfung der Lichtleitfasern
Die Lichtleitfasern, die das Licht durch das Endoskop leiten, sind von den inneren optischen Linsen getrennt. Ist das Bild „dunkel“, müssen Sie feststellen können, ob das an der Optik oder an beschädigten Lichtleitfasern liegt – beides kann zu weniger Licht führen.

Gefahr: Eine geringe Lichtleistung durch gebrochene oder beschädigte Fasern verschlechtert die optische Qualität des Eingriffs. Zudem dreht das OP-Team dann oft die Lichtquelle höher, was mehr Wärme erzeugt und das Risiko von Verbrennungen oder Bränden erhöht, wenn heiße Lichtleitkabel den Patienten oder ein Abdecktuch berühren.
Vorbeugung: Prüfen Sie die Lichtleitfasern im Endoskop (und in den Lichtleitkabeln) visuell, indem Sie den Lichtleiteranschluss an eine normale Glühbirne halten und auf das gegenüberliegende (distale) Ende schauen. Viele gebrochene Fasern zeigen sich als schwarze Punkte. Prüfen Sie in beide Richtungen und achten Sie auch auf verbrannte, zurückgezogene oder freiliegende Fasern. Da die Sichtprüfung des Lichts recht subjektiv ist, empfehlen wir, die Lichtausbeute von Lichtquelle, Lichtleitkabel und Endoskop mit einem Lichtmessgerät wie dem EndoLume zu messen.
10. Adapter am Lichtleiteranschluss nie zur Reinigung und Sterilisation abnehmen
Alle Produkte mit abnehmbaren Teilen müssen vor der Sterilisation zerlegt werden – auch die Adapter am Lichtleiteranschluss. Außerdem muss jedes Operationsendoskop mit innerem Kanal gemäß Anleitung gereinigt werden.
Gefahr: Korrosion und Verschmutzungen unter den Adaptern oder in einem unzureichend gereinigten Kanal stellen ein Risiko der Kreuzkontamination dar.
Vorbeugung: Nehmen Sie die Adapter und andere abnehmbare Zubehörteile ab und legen Sie sie während der Sterilisation zusammen mit dem Endoskop in den Container. Halten Sie Ersatzadapter vor, falls einer verloren geht. Und schließlich: Kleben Sie Adapter nie fest und wenden Sie keine Gewalt bei Adaptern an, die sich nicht lösen lassen. Wenn Sie den Lichtleiteranschluss verdrehen, können Sie die Fasern darunter durchtrennen. Befolgen Sie die Gebrauchsanweisung des Herstellers zur Reinigung von Endoskopen mit innerem Arbeitskanal.
(Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf LinkedIn und wurde von Lee Ann Purtell von Capital Medical Resources LLC verfasst.)
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